Schulungs- und Informationszentrum

Öffnungszeiten:
vom 02.05. bis 31.10.2017
täglich 10 - 17 Uhr

Naturkundliche Führungen
durch Wald und Moor
Treffpunkt: Infozentrum
vom 11.01. bis 25.10.2017
jeden Mittwoch 10 Uhr,
7,5 km / etwa 3 Stunden

Preise:
Erwachsene 6 €
Kinder ab 7 Jahre: 3 €

Treffpunkt: Graal-Müritz
Am Tannenhof 2 (Cafe' Witt)
am 07.04., 21.04.
und 05.05.2017 10 Uhr
19.05. bis 27.10.2017
jeden Freitag 10 Uhr,
4 km / etwa 2 Stunden

Preise:
Erwachsene 6 € (ohne Kurkarte)
Erwachsene 5 € (mit Kurkarte)
Kinder bis 12 Jahre: 2 €

Fahrradwanderung
von Graal-Müritz 
Am Tannenhof 2 (Cafe' Witt)
vom 19.05. bis 27.10.
jeden Freitag 14 Uhr,
7,5 km / etwa 3 Stunden

Preise:
Erwachsene 6,50 € (ohne Kurkarte)
Erwachsene 6,00 € (mit Kurkarte)
Kinder bis 12 Jahre: 3,00 €

Terminwünsche, für die Ausstellung "Wald und Moor"
und für naturkundliche Führungen, die über den 31.10.2017
hinausgehen, nehmen wir gerne entgegen.


See

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Das Ribnitzer Große Moor

Bevor die Ostsee ihre heutige Küstenlinie erreicht hatte, bedeckte ein etwa 16 ha großer See den Westteil des heutigen Moores. Die nacheiszeitlichen Erwärmungen führten durch organische Ablagerungen

zu einer langsamen Verflachung des Sees, der schließlich verlandete. Erste Vermoorungen
sind bereits für das Alleröd-Interstadial (11.000 vor heute) nachweisbar. Nachdem die Ostsee ihre heutige Küstenlinie erreicht hatte, setzte eine Versumpfung großer Flächen in der Umgebung des ehemaligen Sees ein, da das Grundwasser im Küstenbereich anstieg. Das Moor hatte vor ca. 6.000 Jahren eine wesentlich größere Ausdehnung. Torfablagerungen im Meeresboden zeugen davon, dass es sich einst bis an die Schifffahrtslinie erstreckte. In der ersten Phase siedelten sich Erlenbrüche, Schilfröhrichte und Seggenriede auf den Feuchtflächen an. Es entstand ein Niedermoor. Mit der Ablösung der Wald- und Niedermoorgesellschaften durch Torfmoose und Wollgräser bildeten sich in einigen Bereichen Regenmoorkalotten heraus. Diese wuchsen im Verlauf der Zeit zusammen und vereinigten sich zu einer geschlossenen Regenmoorfläche, die randlich von Niedermoor und Bruchwald umgeben ist.

Seit dem 17. Jh. wurde im Moor Torf gewonnen. In den Akten der Ribnitzer Stadtkämmerei finden sich 1652 erstmals Hinweise über die regelmäßige Gewinnung von Torf, aber auch über das als Diebstahl geahndete, heimliche ungenehmigte Stechen von Torf. 1840 siedelte man am Rande der weitläufigen Moorlandschaft einen Torfwächter zur Oberaufsicht an. Das Moorwärterhaus zeugt noch heute davon. Bald wurde Torf auch zum begehrten Handelsgut. Im Jahre 1783 nahmen Rostocker Kaufleute allein eine halbe Million gestochener Torfsoden ab, die direkt vom hiesigen Strand verschifft wurden. Im 19. Jh. setzte der großflächige Torfabbau ein. Man parzellierte das Große Moor in sogenannte Plane. Jeder Plan führte einen eigenen Namen. Neben dem Königs- und Bülten-Plan finden sich auch so kuriose Bezeichnungen wie "Brasilien" und "Sibirien". Man unterschied verschiedene Torfarten. Auf die einfachste Art wurde der Stechtorf gewonnen. Am gebräuchlichsten war die Herstellung von Formtorf, bei dem die Torfmasse in einen flachen Kasten von fünf bis zehn Fächern geworfen, glatt gestrichen und später getrocknet wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Notzeiten der 20er Jahre hinein hielten nun auch Maschinen Einzug. Kurzzeitig verlor dann die Torfgewinnung an Bedeutung, um während und nach den Notzeiten des Zweiten Weltkrieges wieder belebt zu werden. Heute liegen die alten Torfstiche verwaist. Die Moore stehen als Refugium seltener Pflanzen und Tiere unter Naturschutz.