Schulungs- und Informationszentrum

Öffnungszeiten:
vom 02.05. bis 31.10.2017
täglich 10 - 17 Uhr

Naturkundliche Führungen
durch Wald und Moor
Treffpunkt: Infozentrum
vom 11.01. bis 25.10.2017
jeden Mittwoch 10 Uhr,
7,5 km / etwa 3 Stunden

Preise:
Erwachsene 6 €
Kinder ab 7 Jahre: 3 €

Treffpunkt: Graal-Müritz
Am Tannenhof 2 (Cafe' Witt)
am 07.04., 21.04.
und 05.05.2017 10 Uhr
19.05. bis 27.10.2017
jeden Freitag 10 Uhr,
4 km / etwa 2 Stunden

Preise:
Erwachsene 6 € (ohne Kurkarte)
Erwachsene 5 € (mit Kurkarte)
Kinder bis 12 Jahre: 2 €

Fahrradwanderung
von Graal-Müritz 
Am Tannenhof 2 (Cafe' Witt)
vom 19.05. bis 27.10.
jeden Freitag 14 Uhr,
7,5 km / etwa 3 Stunden

Preise:
Erwachsene 6,50 € (ohne Kurkarte)
Erwachsene 6,00 € (mit Kurkarte)
Kinder bis 12 Jahre: 3,00 €

Terminwünsche, für die Ausstellung "Wald und Moor"
und für naturkundliche Führungen, die über den 31.10.2017
hinausgehen, nehmen wir gerne entgegen.


See

Start > Über »Wald und Moor« > Ribnitzer Großes Moor

Das Ribnitzer Große Moor

Eine Besonderheit im Stadtwald ist das seit 1939 unter Schutz stehende "Ribnitzer Große Moor". Dieses etwa 6.000 Jahre alte und bis vor wenigen Jahrzehnten noch durch Torfabbau genutzte Hoch- oder Regenmoor ist Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere. 

Lage
Das 274 Hektar große Naturschutzgebiet liegt an der Ostseeküste hinter der Düne zwischen Graal-Müritz im Westen und Neuhaus im Osten, in Höhen zwischen 0,5 m und 1,5 m NN. 197 ha des NSG befinden sich im Eigentum der Stadt Ribnitz-Damgarten, 77 ha sind Eigentum der Stiftung Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern. Naturräumlich gehört das Ribnitzer Große Moor zur "Nordöstlichen Heide Mecklenburgs“. Das NSG liegt im maritim getönten Küstenklimabereich mit einem mittleren Jahresniederschlag von 575-650 mm. Kennzeichnend sind eine lebhafte Windbewegung, hohe Luftfeuchte, häufige Bewölkung und gleichmäßiger Temperaturgang mit niedriger Jahrestemperatur von durchschnittlich 8 °C.

Geologie und Wasserhaushalt

Im Süden, Osten und Westen ist das Moor von spätglazialen Beckensanden, dem so genannten Heidesand, der Rostocker Heide umgeben. Im Norden wird das Moor durch Dünen vom Ostseestrand getrennt. Den mineralischen Untergrund bilden die 7-10 m mächtigen Heidesande über Geschiebemergel der jüngsten Grundmoräne. Ortsteinbildungen trugen zur verminderten Versickerung von Oberflächenwasser im Untergrund des Moores bei. Nach Norden lassen sich die Torfe des Moores noch ca. 350-400 m in die Ostsee hinein verfolgen. Vor ca. 3000 Jahren begann das ombrogene Wachstum des Regenmoores. Das Regenmoor wuchs im westlichen Teil auf einem Verlandungsmoor, im mittleren und östlichen Teil auf einem Versumpfungsmoor auf. Im Süden des Moorkomplexes stehen eutrophe Bruchwaldtorfe an, die nach Osten und Norden in Seggen- und Schilftorfe übergehen. Den größten Flächenanteil nehmen ombrogene Torfe des Regenmoores ein. Das Moor entwässerte früher unmittelbar in die Ostsee. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde das Moor durch den Fischergraben in die Ribnitzer See entwässert. In den 1990er Jahren wurde durch Grabenverschlüsse die Wasserrückhaltung im Gebiet verbessert.

Pflanzen- und Tierwelt

In den südlichen Randgebieten stocken Walzenseggen-Erlenwälder sowie Birken- und Kiefernmoorwälder. Frühe Sukzessionsstadien, wie Kiefern-Torfmoosrasen und Sumpfporst- Kiefernmoorgehölze, sind vor allem in den nördlichen Bereichen erhalten. Vorkommen von Gagelstrauch, Sumpfporst, Glocken- und Rosmarinheide in größeren Populationen weisen auf ozeanischen Einfluss hin. Bemerkenswert sind auch die Vorkommen von Weißem Schnabelried, Rundblättrigem Sonnentau sowie Schmalblättrigem und Scheidigem Wollgras. Unter den Torfmoosen finden sich neben Sphagnum fallax, S. fimbriatum,  S. palustre  und S. squarrosum inzwischen so seltene Arten des Regenmoores wie Sphagnum capillifolium, S. magellanicum, S. rubellum und S. cuspidatum. In nassen Torfstichen herrscht die Grüne Torfmoosschlenke mit Sphagnum fallax und Schmalblättrigem Wollgras vor. Verstreut kommt der Königsfarn im Gebiet vor. Das Moor bietet dem Fischotter und 2-3 Brutpaaren des Kranichs geeignete Lebensräume. Es ist Nahrungshabitat für den Seeadler sowie Rastgebiet für die Sumpfohreule. Glattnatter, Kreuzotter (auch als „Höllenotter“), Moorfrosch sowie Wald- und Zauneidechse sind Vertreter der Herpetofauna im Gebiet. Im Ribnitzer Großen Moor wurden 24 Libellen- und 109 Schwebfliegentaxa nachgewiesen. Im zentralen Regenmoorbereich sind Sericomyia lappona (in feuchten Torfmoosschlenken) und Didea alneti als typische Moorarten sehr gut vertreten.

Gebietszustand und Entwicklungsziele
Das Ribnitzer Große Moor hat sich erholt. Durch die Wiedervernässung ist es gelungen, den Grundwasserspiegel unterhalb des Moores um etwa 0,8 bis 1 Meter anzuheben. Der Wasserspiegel im Moor ist um etwa einen Meter angestiegen, wodurch es den größten Teil des Jahres nass und feucht ist. Torfmoose fangen an, das Moor zurück zu erobern und den aufgewachsenen Wald zu destabilisieren. Damit wird der Moorwald längerfristig regenmoortypischen, torfbildenden Vegetationsformen weichen. Auf eine forstwirtschaftliche Nutzung wird seitens des Eigentümers, der Stadt Ribnitz-Damgarten, verzichtet.

Renaturierung

Das Ministerium für Landwirtschaft und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern hat 1995 ein Moorschutzprogramm beschlossen. Damit war eine Grundlage geschaffen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Ribnitz-Damgarten, der Umweltinitiative Prince Nature Support, dem Arbeitsamt und allen zuständigen Behörden die tiefgründige Entwässerung des Moores zu beenden. Das Projekt zur Wiedervernässung lief von 1995 bis zum Jahr 2000. Die Maßnahmen beruhen auf den Ergebnissen der Oberflächenvermessung, der geologischen, der hydrologischen und der hydrogeologischen Untersuchungen sowie den Ergebnissen der Vegetationskartierung. In vierjähriger Bauzeit wurden 29 Absperrvorrichtungen und Überläufe geschaffen. Darüber hinaus wurden Wege für den Materialtransport naturnah gestaltet und Wanderleiteinrichtungen, Bohlenstege, Sitzbänke und Beschilderungen aufgebaut. Der Rückbau des Entwässerungssystems führte zu einer ganzjährigen deutlichen Erhöhung des schwebenden Grundwassers in den ombrogenen Torfen sowie des Grundwassers in den Sanden. Die vor der Renaturierung installierten Grund-, Moor- und Grabenwasserpegel werden regelmäßig abgelesen und bilden die Grundlage für ein jährliches Beweissicherungsmonitoring.

Öffentliche Nutzung

Besucher können das Schutzgebiet auf einem Exkursionsweg, der die Lebensräume des Moores quert, durchwandern.